mit 120km/h durch die Anden

In Cusco bin ich zum ersten Mal in meinem Leben Motorrad gefahren, und zwar durch das Sacred-Valley, zwischen den Anden hindurch.
Das war echt beeindruckend, vom Motorrad zieht man die beeindruckende Landschaft nochmal anders und fühlt sich viel mehr mitten drin als im Bus.
Da ich meinen Führerschein nicht dabei habe konnte ich leider nicht selber fahren, aber dafür hat mich ein Australier, mit viel Motorrad-Erfahrung mitgenommen. Was ziemlich cool war, da wir somit das schnellste Motorrad hatten.

Maras & Moray

Im Valley Sagrado, so wird die Umgebung von Cusco genannt wo viele Inka Ruinen gefunden wurden, habe ich die Maras Salzmienen und die kreisrunde Terassenanlage Moray besucht.

Auf dem Weg dorthin haben wir einen Stop in einem kleinen Dorf gemacht wo uns die Einheimischen gezeigt haben wie sie die Alpacka/Lama Wolle mit natürlichen Farben einfärben, zu Wollfäden und später zu Stoffen/Kleidung verarbeiten.

Danach ging es nach Moray wo die Inka eine beeindruckende Anlage für Agrikultur geschaffen haben: in einem ausgezeichneten See haben sie kreisrunde Terrassen gebaut, in dessen Stufen jeweils ein anderes Mikroklima herrscht. Dies sorgte zur Inka Zeit bis vor 50 Jahren dafür, dass die unterschiedlichsten Sachen (Kartoffeln, Quinoa, Früchte…) an einem Ort angebaut werden konnten obwohl sie andere Ansprüche an ihre Umgebung stellen.

Danach ging es zu den Maras Salzterassen, welche ebenfalls von den Inkan gebaut aber heute immer noch zur Herstellung von Salz genügt werden. Aus Thermal Quellen kommt ein warmer und salzhaltigen Fluss, der systematisch geregelt in die kleinen Becken der Terrassen fließt. Nach, einigen Tagen in denen die Sonne das Wasser verdampft, kann das Salz einfach heraus genommen werden. Es heißt, dass dieses Salz besonders gesund sein soll, darum wird es neben dem würzen auch in Medizin und heilenden Bädern verwendet.

Abenteuerliche (Rück-) Fahrt nach Cusco

Meine Zeit in Mandor ist nun zu Ende. Weihnachten und Silvester waren ein toller Abschluss meines Aufenthalts, in dieser Zeit haben wir viele traditionelle Gerichte gekocht und gegessen, nett zusammen gesessen und die Meerschweinchen die ich dir letzten 2 Wochen gefüttert hatte gegessen…
Obwohl ich ja schon ein paar Mal vorher Cuy gegessen hatte war es dieses Mal schon eine Überwindung..

Obwohl meine Zeit in Mandor sehr interessant und lehrreich war bin ich jetzt super froh, dass es endlich weiter geht; auf Dauer war es mir doch zu still im Regenwald.

Am 02.01 habe ich also gegen Mittag Mandor verlassen, zu Fuß müsste ich wieder die 7km nach Hydroelectrica laufen. Dieses Mal konnte Erwin zum Glück meinen großen Rucksack im Zug mitnehmen.
Von Hydro haben wir dann ein Collectivo nach Santa Teresa genommen um uns mit Gaby (das Mädchen das normalerweise in Mandor arbeitet und über die Feiertage ihre Familie in Chile besucht hat) zu treffen.
In Santa Teresa haben wir dann Zipline zwischen den Anden gemacht – das war super.
Zuerst sind wir mit bis zu 80km die 5 Seile über den Abgund entlang geglitten, dabei hatten wir einen spektakulären Blick auf den Fluss und die Berge. Besonders da wir sie auch aus der Perspektive des Kondors („fliegend“) oder Kopfüber wahr nehmen konnten.
Am Ende gab es noch eine 250m lange Hängebrücke die wir natürlich nicht passieren konnten ohne das unsere Guides dieses ordentlich zum wackeln bringen.
Wir waren nur zu dritt und unsere zwei Guides waren super – haben uns alles erklärt und gezeigt, und nach dem Erlebnis noch ein Bier mit uns getrunken, bevor wir weiter zu den Thermal Quellen gelaufen sind.

Dort haben wir nicht nur den Abend im warmen Wasser entspannt sondern auch gezeltet – ja ich habe im Zelt geschlafen – und es war sogar ganz cool.
Am Morgen wurden die dann von den Schreien einen Aras (Papagei) gedeckt und mussten (diesmal mit dem ganzen Gepäck) gut 1h ins Dorf zurück laufen, dort haben wir auf den Markt gefrühstückt und unsere Busse/Collectivos gesucht.
Für die anderen ging es zurück nach Hydroelectrica und für mich weiter nach Santa Maria um dort weiter nach Cusco zu fahren.
Und die Strecke war echt schön: auf engen Serpentinen sind wir die Anden, am Rand des Regenwalds , entlang gefahren. Zum Glück hat der tolle Ausblick ein bisschen von der Tatsache abgelenkt, dass die Straße sehr eng, die Abgänge ziemlich steil waren und von den Hängen Steine herunter fielen.
Passiert ist aber nichts und so bin ich nachmittags in Cusco angekommen und habe mich auf zum INTRO-Hostel gemacht, in dem ich die nächsten 10-14 Tagen übernachten und arbeiten werde.

Frohes neues Jahr

Ich hoffe ihr habt alle eine schöne Silvester-Feier gehabt und wünsche euch das Beste für das neue Jahr.
Ich bin super gespannt auf 2017, ein aufregendes und spannendes  Jahr das ich zur Hälfte noch in Südamerika verbringen werde und hoffentlich anfange zu studieren (aber erst im Oktober).

Natürlich wird auch hier das neue Jahr mit vielen Parties gefeiert.
Ich war, anders als ursprünglich gedacht, in Aguas Calientes mit Erwin und Libero (auch ein Volunteer, aus Italien) erst essen und danach feiern.
Um 24.00 Uhr haben wir mit Champagner auf einer der Brücken des Dorfs angestoßen und uns das Feuerwerk angeguckt. Natürlich haben auch wir ein bisschen geböllert, obwohl es hier eigentlich verboten ist…
Und, was hier ganz wichtig zu schein ist, haben wir uns gelbe Blumenketten und Kondetti gekauft. Das soll Glück bringen, genau so wie Figuren oder alte Sachen zu verbrennen – das haben wir jedoch leider nicht gemacht…
Nachmittags am 31.12 waren wir, obwohl es relativ kalt war, als Abschieds-Ritual von mir und dem alten Jahr ihm eiskalten Fluss der Mandor-Gärten baden.
Und morgen machen wir wahrscheinlich Zip-Lining um das neue Jahr auf eine abenteuerliche Art einzuleiten.

 

Mandor

Meine Zeit in Mandor ist bald vorbei – über Silvester fahre ich mit Erwin (dem Besitzer und mein „Chef“) wahrscheinlich nach Santa Theresa, ein nah gelegenes Dorf in dem ein bisschen mehr los sein soll als hier.
Danach geht’s für mich weiter nach Cusco, wo ich in einem Hostel ein bisschen arbeiten werde und mir die wunderschöne Stadt mit all ihren historischen Orten ansehen werde.

Meine 4 Wochen hier in den Gärten von Mandor war eine interessante aber oft auch langweilige Zeit. Denn obwohl ich teilweise den ganzen Tag „gearbeitet“ habe hatte ich nie das Gefühl wirklich was getan zu haben, die Ausnahme waren ein paar Tage in denen ich Gartenarbeit machen musste… Schließlich bestand meine Aufgabe darin im Restaurant mitzuhelfen und die Rezeption für das Hostel/den Camping Platz und den Naturpark zu übernehmen.
Normalerweise war aber so gut wie nichts los: ab und zu mal wer der die Gärten besuchen wollte und um den Mittag rum ein paar Leute denen ich Essen servieren musste, teilweise könnte ich beim zubereiten der Gerichte auch mithelfen..

Eins meiner typischen Frühstücks – Reis mit Spiegel Ei und fritierten Bananen.
Zubereitung der Hauptgerichte für unsere Gäste und und gehörte auch zu meinen Aufgaben
Auch (Preis-) Schilder durfte ich neu beschriften/bemahlen

Und obwohl das Haus irgendwie immer schmutzig aussah -im Regenwald gibt es einfach so viele Tiere (Vor allem Schmetterlinge, Moskitos und Käfer)  die immer wieder ins Haus fliegen, die drei Katzen die hier mit uns leben sind auch nicht gerade die saubersten und die laufen Leute mit ihren verschlammten Schuhen auch immer wieder durch das Restaurant- und ich dementsprechend viel putzen musste.

Nicht alle Insekten sind so schön wie dieser Schmetterling..
… Denn auch raupen oder moskitos leben hier im Regenwald.

Also ziemlich eintönige und langweilige Arbeit.
Auch dass ich zum Ende hin ein kleines Projekt bekommen hatte – eine Uhr für den Eingangs Bereich zu machen – hat meine Zeit nicht wirklich spannender gemacht.
Denn die benötigten Materialien waren nie da, so dass wir einen Tag die Farbe selber machen mussten und dafür eine Stunde auf einem Trampelpfad in den Regenwald gelaufen sind um einen Baum zu suchen der bestimmte Nüsse abwirft, welche eingekocht eine dunkle Lasur für Holz sind.

Während meiner Zeit hier habe ich wirklich viel gelernt, zum Beispiel wie man aus Zuckerrohr Sirup herstellt, den besten Orangensaft aus eigens angepflanzten Orangenbäumen macht, Bananen pflückt und reifen lässt, Kaffee herstellt und Meerschweinchen züchtet. Außerdem war es eine echt interessante Erfahrung mal auf den Tourismus von einer anderen Seite zu schauen und zu sehen wir Leute in diesem arbeiten.
Auch die Arbeitsstrucktur in Peru hat mich mal wieder verwundert: hier arbeiten die Leute größtenteils schon richtig ohne lange Pausen, dafür ist die Hierarchie unter den Angestellten beziehungsweise diese zur Familie deutlich zu erkennen. Das Haus/Küchenpersonal darf zum Beispiel mit am Tisch der Familie essen- die Arbeiter (Bauarbeiter und bauern) müssen entweder an einem anderen Tisch oder draußen essen.

Trotz der eintönigen Arbeit war meine Zeit hier schon schön. Schließlich hatte ich neben Machu Picchu noch ein paar weitere Highlights. Zum Beispiel im Wasserfall duschen beziehungsweise in Fluss der Garten schwimmen, die Gärten und der Regenwald im Allgemeinen mit all seinen farbenfrohen Tieren und Pflanzen.
Außerdem sind Erwin und ich einen Nachmittag zu Ruinen auf ihrem Grundstück gewandert, von den Steinen aus hat man einen wunderbaren Blick auf Machu Picchu.

Den Zweck der gestapelten Steine kennt (noch) keiner, man weiß nur dass es von den Inka kommt. Aber die Archäologen scheinen sich (noch) nicht wirklich dafür zu interessieren, obwohl sie Mauer mindestens 2km lang ist und Richtung Machu Picchu zeigt. Und die Familie hat nicht das Geld und die Zeit richtige Nachforschungen und Untersuchungen zu machen.

Frohe Weihnachten (nachträglich)

Bei euch schon vorbei, habe ich von der Weihnachtszeit hier so gut wie nichts mitbekommen, und das obwohl ich dachte, dass Peru (ein ziemlich katholisches) Land diesen Feiertag zelebrieren würde.
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich momentan ziemlich abgeschieden wohne und es ziemlich schwer ist hier (Weihnachts-) Sachen hinzubringen. Auf jeden Fall gibt es weder Schokoladen-Nikoläuse noch Weihnachtsmärkte oder Plätzchen…

Auch das Weihnachtsfest lief hier ein bisschen anders ab:
Am 24.12 wird nicht wie bei uns mit einem großen Abendessen in der Familie gefeiert sondern um 24:00 Uhr Champagner oder Sekt getrunken.

Am 25.12 findet dann das eigentliche Fest statt: Morgens wird mit Kakao und Paneton (eine Art großer Stollen mit vielen Rosinen und kandierten Früchten) gefrühstückt. Ich habe mir sagen lassen, dass es vor dem Frühstück normalerweise die Geschenke gibt, die Familie bei der ich gerade bin schenkt sich aber nichts. Da alle im Tourismus arbeiten und an unterschiedlichen Orten wohnen ist es ihnen genug mit der Familie zusammen zu sein.
Mittags haben wir dann -typischer Weise- ein größeres Essen gemacht: Es gab Truthahn mit relativ aufwendigen Beilagen und ich hatte eine Torte zum Nachtisch gemacht (was ohne Ofen und bekannte Zutaten gar nicht mal so einfach war).
Und das war es auch schon. In anderen südamerikanischen Familien wird Weihnachten wahrscheinlich größer gefeiert, aber da das Restaurant und der Park durchgängig geöffnet hatten und auch gut besucht waren mussten wir sogar alle (zwischen dem „feiern“ und essen) arbeiten…

Obwohl nicht viel passiert ist, war es eine interessante Erfahrung Weihnachten ohne ein großes Fest zu feiern und mit den Ansätzen südamerikanischer Kultur.
Dadurch dass ich aber -anders als normalerweise in Deutschland- nichts von der wunderschönen Vor-Weihnachtszeit mitbekommen habe, habe ich ein großes Fest auch nicht wirklich vermisst.

Machu Picchu

Machu Picchu steht wohl bei jedem Peru oder Südamerika Touristen relativ weit oben auf der Bucket-List, so auch bei mir.
Also habe ich mir am Mittwoch ein Tickt gekauft und bin am Freitag Morgen von Mandor (der Naturschutzpark in dem ich im Moment volunteere/lebe) los zum Eingang gelaufen.

Nach der ersten Ticket und Ausweise Kontrolle habe ich mich mit vielen weiteren Besuchern auf den steilen Anstieg zum Haupteingang gemacht.
Nach einer Stunde und gefühlten 5000 Stufen war ich dort und habe mich zunächst auf den Weg, durch die Inka-Ruine, zum Berg „Waynapicchu“ gemacht. Dort dürfen am Tag nur 400 Leute, verteilt auf zwei Gruppen, rauf und den beeindruckenden Blick über die Anlage genießen.

Waynapicchu

Doch dafür muss man eine weiter Stunde nur Treppen steigen was in der Höhe, obwohl Machu Picchu „nur“ auf 2.430m über dem Meerespiegel liegt, gar nicht so leicht ist.
Doch oben angekommen ist es das auf jeden Fall Wert:

Der Blick von oben auf die alte Stadt

Oben, auf der Spitze des Berges, gibt es zahlreiche Aussichtspunkte, die größtenteils noch mit originalen Steinen gebaut sind. Es ist wirklich erstaunlich, wie die Inka damals all diese Steine ohne moderne Technik verarbeiten konnten und noch dazu auf steile Berge geschleppt haben.

Nachdem ich einige Stunden auf dem Berg verbracht hatte um den Ausblick zu genießen und zu frühstücken bin ich wieder herab gestiegen um die Stadt zu besichtigen.

Aber zuerst musste ich das Gelände verlassen und erneut durch den Haupteingang gehen, da (warum auch immer) viele Wege nur in eine Richtung gegangen werden dürfen…

Zurück in der Anlage bin ich zunächst durch den urbanen Teil der früheren Inka Pilgerstätte gegangen. Auffallend ist, dass ein großer Teil der Häuser nur drei Wände hat oder in anderer Form offen gestaltet ist. Das ist darauf zurück zu führen, dass die Inka keinen Privatbesitz kannten, alles gehörte der Gemeinde. Somit hatte zwar jede Familie ihr eigenes Haus, zu welches aber die gesamte Bevölkerung Zutritt hatte, wo gemeinsam gekocht und gefeiert wurde.

Als nächstes kam ich an mehreren Tempeln vorbei, da gibt es welche die dem Kondor (Vogel und Nationaltier Perus), dem Mond oder der Sonne gewidmet sind, was sich in der Architektur durch Statuen oder den Umriss des Gebäudes widerspiegelt. Des weiteren gibt es natürlich einen enormen Haupttempel, welcher aus riesigen Steinen zusammengesetzt ist , sowie weitere religiöse Stätte und Steine.

Haupttempel
Der Kondor-Tempel…
Mit Stein in Form des Vogels

Besonders beeindruckt hat mich der „Stein an dem die Sonne befestigt ist“, dieser diente nicht nur dazu um um gutes Wetter zu beten sondern auch zur Beobachtung der Astronomie.
So sind die Kanten des Steins in die vier Himmelsrichtungen ausgerichtet und zu bestimmten Sonne/Mond-Konstellationen wirft der Stein besondere Schatten, oder auch mal keine.
Dadurch konnten die Inka die Zeit und bestimmte Tage (Monate und Jahre) bestimmen.

Nachdem durchqueren der Haupttür der Stadt kam ich in den landwirtschaftlichen Bereich, welcher durch die Terrassen zum Anpflanzen gekennzeichnet ist.

Terrassen zum Anpflanzen von Gemüse und Getreide

Ein bisschen außerhalb des Hautteils der Ruine kommt man zu Inka-Brücke, welche einen Teil des früheren Inka-Trails, dem schmalen Bergpfad über den die Stadt von der Hauptstadt des früheren Inkareichs Cusco aus erreicht wurde. Da die Baumasse nicht mehr die stabilste ist und es neben der Brücke, welche eher ein langer Weg ist, einige hundert Meter steil bergab geht ist sie nicht begehbar.
Kaum vorstellbar, wie die Menschen früher die Strecke von mehr als 100km auf so einem Weg zurückgelegt haben.

Nachdem ich mein Lunch-Paket auf dem Hauptplatz der Ruinen-Stadt gegessen hatte und nette Bekanntschaft mit Lamas geschlossen hatte bin ich zurück gelaufen. So ging ein ziemlich anstrengender und lauf-intensiver Tag zu Ende.

Obwohl Machu Picchu so beliebt bei Touristen aus aller Welt, und sogar bei den Einheimischen (welche sonntags kostenlosen Eintritt haben), ist war ich echt enttäuscht von der „touristischen Infrastruktur“. Zunächst ist es relativ schwer sein Ticket zu bekommen, da das Büro welches sich eigentlich darum kümmern sollte wohl kein Wlan hat und somit unnütz ist. Drucker haben auch nur die wenigsten Hostels, wodurch die Touristeninformation in Aguas Calientes für viele Touristen ihre Tickets ausdrucken und teilweise noch buchen muss. Problem ist nur, dass die Angestellten so gut wie kein Englisch sprechen. Das gleiche gilt auch für die Leute, die in Machu Picchu beschäftigt sind.
Hinzu kommt, dass man keine richtigen Informationen über den Ablauf einer Besichtigung, den Weg oder die Ruinen-Stadt bekommt. Nirgends sind Flyer verfügbar und erklärende Schilder sucht man auch vergebenes.

Los Jardines de Mandor

Sonntag Mittag kam ich nach einer sieben stündigen Combi/Bus-Fahrt von Cusco in Hydroelectrica an. Von dort aus laufen normalerweise alle (circa 3 Stunden) nach Aguas Calientes, dem Ausgangspunkt für Machu Piccu. Da es auch einen Zug dorthin gibt, der allerdings sehr teuer ist, läuft man einfach nur die Schienen entlang.

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Meine Wanderung, mit meinem ganzen Gepäck (!!), war schon nach 2,5 Stunden zu Ende: Ich hatte Los Jardines de Mandor erreicht, dort werde ich die nächsten 3 bis 4 Wochen arbeiten.
Der Ort umfasst einen großen Garten (wie ein Naturschutzgebiet mit allen möglichen Pflanzen und Tieren sowie einem Wasserfall), ein Restaurant sowie ein kleines Hostel mit Campingplatz.
Ich werde wahrscheinlich an der Rezeption sowie in der Küche mithelfen, vielleicht kann ich auch in dem Garten arbeiten, sprich Pflanzen zurückschneiden, Bäume pflanzen und mich um die Wege und Besucher kümmern.

Cusco

Am Mittwoch Abend bin ich in Cusco, dem Ausgangspunkt vieler für Machu Piccu und weitere Attraktionen, angekommen.

Zwei Freunde, die ich in Pimentel kennen gelernt hatte, hatten für den nächsten Tag direkt eine Tor zu den Rainbow-Mountains gebucht.
So sind wir also nah nur 3 Stunden Schlaf aufgestanden, wurden von einem Tour-Bus abgeholt und sind circa 3 Stunden zum Ausgangspunkt über schlecht ausgebaute und sehr kurvige Straßen gefahren.
Bei einer kleinen Hütte, auf 4.200 Metern über dem Meeresspiegel, gab es dann Frühstück, bevor wir einige Stunden (ich glaube es waren circa 2 bis 3) zu dem toll gefärbten Berg gewandert sind.
Die Strecke an sich war relativ einfach, es ging kaum bergauf und Trampelpfade verhinderten auch das Stolpern, trotzdem haben sich gut 80% der Leute ein Pferd genommen, denn die Wanderung ging bis auf 5.200 Meter über dem Meeresspiegel hinauf.
In so einer Höhe ist aufgrund des fehlenden Sauerstoffs einfach alles super anstrengend. Wir sind gelaufen und gerade das letzte Stück auf den Berg hoch war die Hölle: es war super steil.
Aber es hat sich total gelohnt: Die Aussicht über alle umliegenden Berge beziehungsweise die Landschaft war super und der Blick auf die Hauptattraktion, den Regenbogen Berg, war spektakulär:

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Während der Wanderung hatte ich, außer dass es total anstregend war, keine Probleme mit der Höhe. Aber nach dem „Abstieg“ und dem Mittagessen ging es mir und auch den anderen echt nicht mehr so gut: Kopfschmerzen, leichte bis starke Übelkeit, Müdigkeit und Erschöpfung – keine gute Kombination.
Denen  den es super schlecht ging hat unser Guide Sauerstoff gegeben, bei uns anderen ging es auch ohne. Und während der Rückfahrt, die wir größtenteils verschlafen haben, wurde es mit abnehmenden Höhenmetern immer besser.

Am nächsten Tag in Cusco haben wir eine FreeWalkingTour durch das Künstler-Viertel gemacht. Dabei mussten wir unzählige Stufen heraufsteigen um dann einen tollen Blick über Cusco zu haben.

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Außerdem haben wir eine kleine Vorführung lokaler Instrumente (Panflöte, kleine Gitarren aus Gürteltieren, Trompeten aus Kuh-Hörnern …) und der Piso-Sour Zubereitung bekommen.

Verschiedene Pisco Sorten - für verschiedene Getränke
Verschiedene Pisco Sorten – für verschiedene Getränke

Nach einem leckeren veganen Essen (ja sowas gibt es in den touristischen Bereichen Perus) und einer kleinen Shoppingtour durch das Viertel (ich habe leider keinen Platz in meinem Rucksack und kann deswegen nicht so viel kaufen bzw gar nichts) waren wir in einem Coca-Museum.
Hier wurde und nicht nur die Geschichte und die heutige Verwendung der Coca-Blätter erklärt sondern auch die Herstellung und Folgen von Kokain, welches nur zu 0.8% aus Coca-Blättern besteht.
Das wirklich interessante an den Blättern ist ihre Vielseitigkeit: Sie werden nicht nur als Heilmittel gegen fast alles eingesetzt sondern auch heute noch von Einheimischen täglich gekaut, da sie das Hunger-, Durst- und Müdigkeitsgefühl unterdrücken, wodurch länger und härter gearbeitet werden kann.
Mittlerweile gibt es sogar Schokolade, Kekse, Tee und Pflegeprodukte mit oder aus Coca-Blätter.
Des Weiteren sind die Blätter ein wichtiger Bestandteil einer jeden Zeremonie der Einheimischen, sei es um für etwas zu beten oder um die Göttin der Erde (Pachamama) zu ehren, die Blätter werden verstreut, verbrannt oder gegessen.

Getrocknete Coca-Blätter in allen möglichen Formen
Getrocknete Coca-Blätter in allen möglichen Formen

Arequipa

Vom 3.12 bis zum 6.12 war ich in Arequipa, dem Ausgangspunkt für den zweit tiefsten Canyon der Welt: der Colca Canyon.
Und natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen diesen zu besuchen und da der beste Weg ein zweitägiger Treck ist bin ich zum ersten Mal (richtig) getreckt.
Und ich muss sagen: es war besser als gedacht. Ich hatte echt Sorge, dass ich die zwei Tage mit jeweils wenig Schlaf und 6 Stunden laufen pro Tag nicht schaffen würde – vor allem da meine Wanderschuhe noch nicht eingelaufen waren. Aber es hat alles erstaunlich gut geklappt, klar am zweiten Tag wo es 4 Stunden und 12 Km nur bergauf ging (ziemlich steil!) war es schon echt hart und ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass es sich für mich nicht gelohnt hat.. Der Ausblick war schon echt ganz schön – aber leider immer das Gleiche..
Auch den Kondor – National Vögel Perus – konnten wir leider nicht sehen..

Dafür hat mich die Stadt Arequipa umso mehr begeistert: Der Stadtkern besteht aus schönen Kolonialhäusern und es gibt super tolle Restaurants sowie Geschäfte.

Der Plaza de Armas von Arequipa
Der Plaza de Armas von Arequipa

Natürlich haben wir es uns auch nicht nehmen lassen in einem typischen Restaurant (Pikanteria), traditionelle Gerichte Arequipas zu essen. Da wäre zunächst „Rocoto relleno“, eine scharfe gefüllte Tomate, mit „Pastel de papas“, eine Art lauwarmen Kartoffelauflauf und ein Käsesalat.


Auch die Museen sind super: Wie waren in einem in dem „Juanita“ ausgestellt ist, dies ist eine Art Mumie die tausende von Jahren im Eis der Vulkane rund um der Stadt eingeschlossen war und dementsprechend gut erhalten ist.
In dem Museum, in dem neben der gefrorenen Leiche auch viele Grabbeigaben dieser (Essen, Alkohol, Töpfe, Kleidung, Schmuck und kleine Figuren) ausgestellt sind, hatten wir eine super Führung.
In der uns nicht nur das Entdecken, Bergen und Aufarbeiten der Geschichte dieser Fundstätte erklärt wurden sondern auch ein großer Teil der Inka-Kultur.
Diese haben adelige Kinder aus den großen Städten des Reiches nach Cusco bringen lassen um diese dort auf Rituale vorzubereiten. Diese wurden abgehalten, wenn es zu viel/zu wenig Regen gab, eine Umweltkatastrophe stattfand oder wenn das Leben der Inka in einer anderer Art negativ beeinflusst war.
Die Kinder wurden dann zu dem betroffenem Ort gebracht und dort den Göttern geopfert indem sie geschmückt und mit allerlei Geschenken ein Getränk mit betäubender Wirkung zu sich genommen haben. Daraufhin wurde ihnen mit einem Zepter auf den Kopf geschlagen und sie wurden in runden Gräbern beerdigt.
Je nachdem welcher Gott zu besänftigen war wurde das Kind sowie seine Beigaben auserwählt.